Schweißdrüsenhyperfunktion

Schweißdrüsenhyperfunktion oder Hyperhidrosis — das ist natürliche Körperfunktion, die für die Regulierung der Körpertemperatur notwendig ist. Ein Mensch besitzt etwa 2-3 Millionen Schweißdrüsen, und auf 1-2 cm entfällt durchschnittlich 300 Schweißdrüsen. Der menschliche Körper sondert von mehreren Milliliter bis zu mehreren Litern Schweiß pro Tag ab. Die von der Hyperhidrosis betroffenen Körperteile sind folgende: die Achselhöhlen, die Palma, die Füße sowie der gesamte Körper.

Ursachen der Hyperhidrosis:

  1. Physiologische:
    • Warmes Klima, hohe Luftfeuchtigkeit
    • Ungewohnte, schwere körperliche Anstrengungen
    • Nervosität, Angst, Stress, Anspannung
    • Einnahme scharfer Gewürze, der Schokolade, einiger schweißtreibenden Genussmittel, wie starker Tee und Kaffee
    • Fettsucht
  2. Symptomatische:
    • Hormonale Störungen (Schilddrüsenüberfunktion, Diabetis mellitus)
    • Neurologische Krankheiten
    • Krankheiten mit hohem Fieber, Tuberkulose
    • Menopause — Beschwerden bei Frauen, Andropause — Beschwerden bei Männern
    • Einige von Neubildungen (z.B. Nebennierentumor u.s.w.)

Allgemeine Empfehlungen:

  • Hygiene, Kräuterbäder der Handflächen und der Füße (Eichenrinde, Minze, Blätter des Walnussbaumes, Salbei, Kamille, Birkenrinde) – zwei Mal pro Woche 30 Minuten lang einweichen.
  • Leichte Bekleidung aus Naturfasern
  • Häufiger Schuh-und Kleidungswechsel
  • Vermeidung von Kaffe, Alkohol und scharfen Gewürzen
  • Vermeidung von Stress, Anspannung und Angst
  • Regelmäßiges Lüften des Arbeitsplatzes
  • Antitranspirantien mit dem Hautwirkstoff Aluminiumchlorid — kurzfristig Zeit hemmen sie die Schweißsekretion. Zu Beginn der Therapie werden die Antitranspiranten vor dem Zubettgehen aufgetragen, dann schränkt man die Applikation bis zu einmal pro 2-3 Wochen ein. Die Erfolgsquote der Therapie mit Aluminiumchlorid liegt bei 90%, nach geraumer Zeit können leider diese Antitranspiranten die empfindliche Haut reizen.

Allgemeine Behandlung:

  • Beruhigungsmittel (nach den ärztlichen Anwendungen)
  • Kräuteraufgüsse (z.B. Salbeitee, Kräutertropfen)
  • Homöopathische Arzneimittel

Lokalbehandlung — interdermale Injektionen mit Botulinumtoxin:

Mittels vieler Injektionen von Botulinumtoxin A — Toxin des Bacteriums Clostridium botulinum — wird die Freisetzung des Nervenübertragsstoffes von den Nerven, die die ekkrinen Schweißdrüsen versorgen, auf die Schweißdrüsen gehemmt und diese werden gezielt blockiert. Die Wirkung hält durchschnittlich etwa 6-12 Monate an, danach bilden sich neue nervöse Ausläufer aus, infolge dessen nimmt die Schweißproduktion langsam wieder zu und nach einigen Monaten eine Wiederholung der Behandlung erforderlich macht. Die Injektion mit Botulinumtoxin ist die beste, beforzugste Behandlungsmethode. 80% der Betroffenen sind auf das Toxin gut zu sprechen. Bei 20% der unter Hyperhidrosis leidenden Menschen beobachtet man keinen Erfolg oder dieser ist unzufriedenstellend. In diesen Fällen bleibt die Anwendung der Antitranspiranten mit dem Hauptwirkstoff Aluminiumchlorid und der oben genannten Methoden übrig.